Achtung beim Tierkauf über das Internet

Der Handel mit Tieren hat sich durch das Internet stark verändert. Früher war es üblich, Tiere im Handel vor Ort und über Anzeigen in Zeitschriften oder Zeitungen anzubieten. Diese Zeiten sind vorbei.

Das Internet eröffnet die Möglichkeit, Tiere zum Verkauf und zur Vermittlung einem breiten Publikum anzubieten. Tierkäuferinnen und Tierkäufer können sich über Suchfilter Tiere einer bestimmten Art, Rasse, Alter und Herkunft deutschlandweit anzeigen lassen. Dies hat Vorteile, aber auch Nachteile. So wird es Tierschutzorganisationen - aber auch privaten Tierhalterinnen und Tierhaltern - erleichtert, Tiere in neue Hände zu vermitteln.

Leider wird aber auch betrügerischen und kriminellen Aktivitäten eine Plattform geboten. So werden Tiere mit fehlenden oder falschen Angaben angeboten und so sogar gut informierte Interessenten getäuscht. Derartige Fälle gehen mit Problemen für den Tierschutz, die Tiergesundheit und den Verbraucherschutz einher. Auch die Tierheime werden belastet, wenn sie Tiere unterbringen müssen, die als Konsequenz aus dem Onlinehandel behördlich beschlagnahmt oder später von den Haltern abgegeben werden.

Probleme beim Handel mit Hunden

Der Onlinehandel stellt für sich genommen noch kein Tierschutzproblem dar, da die Tiere im Internet lediglich angeboten werden. Er begünstigt jedoch den analog stattfindenden illegalen Tierhandel durch die Möglichkeit, die Tiere einem breiten Publikum anbieten und anonym bleiben zu können.

Offensichtlich geworden sind die Probleme beim Handel mit Hunden: Welpen werden oft im Ausland unter schlechten Bedingungen aufgezogen und ungeimpft nach Deutschland transportiert. Im Onlineangebot wird dann die Herkunft der Welpen verschleiert.

Auf europäischer Ebene gibt es eine Arbeitsgruppe zum Tierschutz und zur Tiergesundheit beim Handel mit Hunden. Die Arbeitsgruppe hat Empfehlungen für den Handel mit Tieren über das Internet erarbeitet, die sich sowohl an Tierkäufer und -verkäufer als auch an die Internetportale richten. Beispielsweise sollte auf folgende Mindestangaben bei Hunden geachtet werden:

  • aktuelle Fotos des Tieres
  • Angabe von Rasse, Geburtsdatum, Geburtsland und Geschlecht
  • Angabe der Mikrochipnummer
  • Nachweise zu Impfungen und Behandlungen mit Antiparasitika sowie weitere gesundheitsbezogene Angaben wie beispielsweise Kastration
  • Preis und Rechte der Käuferin oder des Käufers (zum Beispiel Gewährleistung)
  • ausführliche Beschreibung zu Charakter und Eltern des Tieres
  • wichtige Angaben zur Pflege des Tieres.

Auch die Onlineplattformen sind gefragt. Tiere sind nicht mit Waren gleichzusetzen. Es sind Lebewesen, deren Wohlbefinden zu gewährleisten ist. Bei Angeboten von Tieren im Internet tragen Internetplattformen und Social Media Anbieter daher eine besondere Verantwortung. Einzelne Portale haben ihre Regelungen bereits verschärft. Als gutes Beispiel sei hier erwähnt: Ein Unternehmen hat in den vergangenen Jahren zunehmend seine Geschäftsbedingungen für Tierangebote ebenso wie die entsprechenden Eigenkontrollen verschärft. Zuletzt wurden Angebote von Rassen, die von Qualzucht betroffen sind wie Mops, Französische Bulldoggen und Nacktkatzen komplett gestrichen.

Worauf können Käuferinnen und Käufer achten?

Für den gewerbsmäßigen Handel mit Tieren sind im Tierschutzrecht Anforderungen wie beispielsweise eine Erlaubnispflicht vorgeschrieben. Diese Vorgaben gelten selbstverständlich auch, wenn die Tiere über das Internet angeboten werden. Interessierte Käuferinnen und Käufer können sich von gewerbsmäßigen Züchtern und Händlern diese behördliche Erlaubnis zeigen lassen. Zweifelhafte Quellen sollen nicht genutzt werden.

Das Erlaubnisverfahren für den gewerbsmäßigen Handel mit Wirbeltieren wird künftig neu geregelt. Dabei wird die Sachkunde des Personals erhöht und das Führen eines Tierbestandsbuchs vorgeschrieben. Dies wird auch für alle gewerbsmäßigen Anbieter gelten, die ihre Tiere über das Internet vertreiben.

Verbesserungen für den Tierschutz im Internet

Um den illegalen Tier- und Welpenhandel im Internet effektiver zu bekämpfen, hat die Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, Julia Klöckner, zu einem Runden Tisch eingeladen. Teilnehmer waren Internetplattformen, Tierschutz- und Tierärzteverbände sowie die Heimtierbranche. Im Rahmen einer Bund-Länder-Arbeitsgruppe setzt sich das Bundesministerium zudem dafür ein, dass eine zentrale Recherchestelle der Länder für die Überwachung des Onlinehandels mit Tieren eingerichtet wird. Auf europäischer Ebene hat das Ministerium im Rahmen der Konsultation zum neuen EU-Digitalpakt Verbesserungen im Hinblick auf den Handel mit Tieren über das Internet gefordert. Die Europäische Kommission hat angekündigt, die Kommunikation zwischen den Mitgliedstaaten bei grenzüberschreitenden Verstößen beim Handel mit Hunden und Katzen zu vereinfachen.

Weitere Informationen

Welpenhandel: Vorsicht vor unseriösen Angeboten!

Zum Herunterladen: Leitlinien zum Verkauf von Hunden für Online-Plattformen (pdf-Datei, barrierefrei, 300 KB)

Welpe auf der Wiese
Achten Sie auf seriöse Angebote, wenn Sie an einem Tierkauf interessiert sind. Quelle: Reddogs - adobe.stock.com
Leitlinien zum Verkauf von Hunden für Online-Plattformen mit Mindestangaben zum Hund und zum Züchter oder Verkäufer