Der Kauf eines Haustieres sollte gut überlegt sein

Immer mehr Menschen legen sich ein Haustier zu - in Corona-Zeiten sogar noch mehr. Corona bedingt sitzen viele Menschen wochenlang im Homeoffice. Da ist auf einmal Zeit für ein Haustier vorhanden: für einen Hund, eine Katze, einen Hamster, ein Meerschweinchen oder Wellensittiche. Die Menschen suchen in den Tieren Gesellschaft und Entspannung.

Die Entwicklung der Anzahl der Haustiere in deutschen Haushalten allein von 2014 bis 2019 zeigt die steigende Tendenz: Bei Katzen beispielsweise stieg die Zahl von 11,8 auf 14,7 Millionen Tiere, bei Hunden von 6,8 auf 10,1 Millionen und bei Terrarien von 0,8 auf 1,2 Millionen (lt. Statistik Zentralverband Zoologischer Fachbetriebe Deutschlands e.V. und Industrieverband Heimtierbedarf (IVH) e.V.)

Doch was ist, wenn die Zeiten sich wieder ändern? Oder wenn man sich das Leben mit einem Tier anders vorgestellt hat. Oder wenn die Bedürfnisse, Kosten und Zeitfaktor doch anders aussehen und die Informationen nicht ausreichend genug eingeholt wurden? Dieser Effekt muss leider auch jedes Jahr nach Weihnachten beobachtet werden.

Tiere sollten keine Weihnachtsgeschenke sein

Zu Weihnachten werden jedes Jahr große und kleine Tiere verschenkt. Doch viele dieser Käufe erfolgen unüberlegt. Und die Konsequenz ist dann oft leider, dass die Tiere viel zu häufig ausgesetzt werden oder in Tierheimen landen, da die Bedürfnisse der Tiere unterschätzt werden. Die Corona-Krise könnte den Trend sogar noch beschleunigen.

Gerade bei der Anschaffung eines Haustieres sind aber vorab viele Fragen zu klären, um auf Dauer eine artgerechte Haltung des Tieres zu gewährleisten. Das Tierschutzgesetz schreibt vor, dass Tiere ihrer Art und ihren Bedürfnissen angemessen ernährt, gepflegt und verhaltensgerecht untergebracht werden müssen. Daher ist unbedingt vor der Anschaffung zu überlegen, ob man den Ansprüchen des Tieres dauerhaft genügen kann und Art, Rasse, Geschlecht und Alter des künftigen Haustieres zum eigenen Haushalt passen. Für Kinder sind beispielsweise kleine, überwiegend nachtaktive Nager wie Hamster nicht geeignet.

Tierpflege kostet Zeit und Geld

Wesentliche Kriterien für die Auswahl des Haustieres sind die für die Pflege des Tieres erforderliche Zeit, die zu erwartenden Kosten, eventuelle Allergien der im Haushalt lebenden Personen sowie sich aus dem Mietvertrag ergebende Einschränkungen. Auch die Lebenserwartung und Größenentwicklung des Tieres sind zu berücksichtigen.

Die Beschäftigung, die Pflege und auch die erforderliche Erziehung des Haustieres erfordern viel Zeit, worüber man sich vor dem Kauf im Klaren sein muss. Daher ist im Vorfeld abzusprechen, welche Familienmitglieder welche Aufgaben bei der Pflege und Erziehung des Haustieres übernehmen. Unbedingt in Betracht zu ziehen sind neben dem Anschaffungspreis die Folgekosten, die für das neue Haustier anfallen. Dazu zählen nicht nur die Futterkosten, sondern auch die Kosten für tierärztliche Behandlungen und eventuell für Versicherungen und Steuern.

Achtung beim Kauf von Tieren

Auch die Anschaffung selbst bedarf der sorgfältigen Planung, um das passende Tier auszuwählen und nicht einem unseriösen Handel zum Opfer zu fallen. Insbesondere Angebote im Internet müssen kritisch hinterfragt werden. Ein Beispiel ist der Handel mit Hundewelpen, bei dem auch Tiere verkauft werden, die im Ausland unter tierschutzwidrigen Bedingungen gezüchtet und nach Deutschland transportiert worden sind. Diese Welpen sind schlecht sozialisiert und häufig bereits beim Kauf krank. Wichtige Hinweise, um derartige Angebote zu erkennen, gibt die Arbeitsgemeinschaft Wühltischwelpen, in der sich mehrere Tierschutzorganisationen, tierärztliche Organisationen und der Verband für das Deutsche Hundewesen e.V. zusammengeschlossen haben.

Ein Haustier bedeutet ein neues Familienmitglied, die Anschaffung sollte erst nach reiflicher Überlegung erfolgen. Eine Möglichkeit ist, sich im Tierheim nach einem geeigneten Haustier umsehen. Dort warten viele Tiere auf ein liebevolles neues Zuhause.

Haustierberater des Bundeslandwirtschaftsministeriums

Wichtig ist, dass vor der Anschaffung Kenntnisse über die richtige Haltung und Pflege des Tieres erworben werden. Dabei hilft der Haustierberater, das offizielle Portal des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL). Das Angebot enthält Informationen von über 120 häufig gehaltenen Haustieren. Die Informationen zu Zeitbedarf, Pflegeaufwand, Platzbedarf und Kosten sind nicht nur für die Suche nach einem Haustier hilfreich, sondern gibt auch allen Rat, die bereits ein Haustier halten.

Weitere Informationen

Heimtiere in Deutschland

Hinweise zum Informationsportal Haustierberater und Link

Direkt zum Portal Haustierberater

Entdecke die Haustiere - Die kleine Tierfibel
Die Haustierfibel beschreibt die Eigenschaften verschiedener Tiere wie Hund, Katze und Meerschweinchen, deren Bedürfnisse, Platzbedarf und Anforderungen an die Haltung. In einer Übersicht kann anhand von ein paar Kriterien abgelesen werden, welches Tier am besten passen kann.

Entdecke die Haustiere – Schulmaterial zur kleinen Tierfibel
Dieses Heft bietet auf vier Arbeitsblättern viele Aufgaben zur kleinen Tierfibel "Entdecke die Haustiere". Mit den Arbeitsblättern können Schülerinnen und Schüler gemeinsam mit Lehrerinnen und Lehrern ihr Wissen über Haustiere testen. Nur wer sich auskennt, entscheidet sich für das richtige Tier und kann es so halten, dass es ihm gut geht. Aber auch wer selbst kein Haustier hat, sollte das Verhalten der Tiere verstehen und richtig mit ihnen umgehen.

Kopf eines Bartagamen
Bei allen im Handel angebotenen Bartagamen handelt es sich um Nachzuchten, auch diverse Zuchtvarianten werden im Zoofachhandel regelmäßig angeboten. Auf die Haltung von aus Sicht des Tierschutzes bedenklichen Zuchtformen, wie beispielsweise Bartagamen mit reduzierter Beschuppung (sogenannte Silk- und Leatherbacks), sollte verzichtet werden. Quelle: Bundesverband für fachgerechten Natur-, Tier- und Artenschutz e.V. (BNA)/Hirt