Dialog und Diskussion erwünscht

Auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin vom 19. bis 28. Januar 2018 stellen sich Landwirtinnen und Landwirte den Fragen der Verbraucherinnen und Verbraucher. In Halle 23a auf der Bühne sind Dialog und Diskussion ausdrücklich erwünscht. Im Rahmen des Bühnenprogramms geben täglich am frühen Nachmittag zwei Landwirtinnen oder Landwirte Einblicke in ihre Arbeit und sie beantworten Fragen aus dem Publikum. Die Landwirte werden vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft gefördert und nehmen entweder an den Modell- und Demonstrationsvorhaben (MuD) Tierschutz teil oder ihre Betriebe sind Demonstrationsbetriebe innerhalb des Bundesprogramms zum ökologischen Landbau (BÖLN).

Termine der Dialogveranstaltungen in Halle 23a

Planen Sie die Dialogveranstaltungen in Ihren Besuch ein, falls Sie auf der Internationalen Grünen Woche sind. Zu folgenden Terminen finden die Dialoge zwischen Landwirten und Verbrauchern statt:

  • 19.01. um 14:45 Uhr
  • 20.01. um 13:30 Uhr
  • 21.01. um 15:45 Uhr
  • 22.01. um 15:00 Uhr
  • 23.01. um 15:15 Uhr
  • 24.01. um 16:00 Uhr
  • 25.01. um 14:00 Uhr
  • 26.01. um 15:45 Uhr
  • 27.01. um 13:30 Uhr
  • 28.01. um 15:15 Uhr

 

Ein kleiner Einblick in die Fragen und Antworten

Welche Fragen beschäftigen die Bürgerinnen und Bürger? Während des Bühnenprogramms wurden beispielsweise folgende Themen angesprochen.

Thema Schweinehaltung

Frage: Warum werden den Schweinen die Schwänze gekürzt?

Antwort: Wenn viele Schweine auf engem Raum gehalten werden, können sie ihre normalen Verhaltensweisen nicht so ausleben. Sie geraten in Stresssituationen und fangen dann, wenn sie die anderen Tiere beschnuppern an, die anderen in den Schwanz zu beißen. Um das zu verhindern, werden die Schwänze gekürzt.

Einem Landwirt, der seinen Schweinehaltungsbetrieb auf Biolandwirtschaft umgestellt hat, wurde die Frage gestellt, warum er von konventioneller Landwirtschaft auf Biolandwirtschaft umgestellt hat.

Antwort: Die Tiere wachsen anders auf, sie leben anders und werden anders gefüttert. Die Schweine können ihren Lebensraum selbst gestalten. Außerdem ist die Arbeitsbelastung vorher sehr hoch, von 6 bis 18 Uhr rund um die Uhr.

Frage: Können Sie als Biolandwirt aufs Schwanzkürzen verzichten, oder müssen Sie das?

Antwort: Als Biolandwirt muss ich darauf verzichten. Aber wir Biolandwirte sind auch davon überzeugt, dass wir den Schweinen die Schwänze nicht kürzen müssen.

Thema Töten der männlichen Küken

Frage: Eine Frage an Sie als Legehennenhalter, was passiert mit den männlichen Küken?

Antwort: Die männlichen Küken werden in der Brüterei vergast. Es gab eine Reihe von Initiativen wie die Bruderhahn-Initiative, Spitz und Bube und weitere, die auch die männlichen Küken aufziehen. Doch diese Tiere brauchen viel zu lang zum Wachsen und sie setzen nicht genug Fleisch an. Die Vermarktung ist schwierig, der Absatz ist zu schlecht. Aber wir setzen auf die In Ovo-Früherkennung, dann müssen die männlichen Küken nicht mehr getötet werden.

Frage: Meinen Sie damit die Geschlechtsbestimmung im Ei?

Antwort: Ja, genau. Dabei wird in den ersten Tagen das Geschlecht schon im Ei bestimmt, die männlichen Küken werden direkt aussortiert und nicht mehr weiter bebrütet.

Frage: Was passiert denn derzeit mit den getöteten Küken?

Antwort: Sie werden verfüttert, beispielsweise in Zoos.

Weitere Fragen und Antworten finden Sie im Beitrag Dialog von Landwirten und Verbrauchern.

Eine Anregung aus dem Publikum war auch, dass die kritischen Fragen auch mal an Verbraucher gestellt werden sollten, die mit ihrem Verhalten die Produktionsbedingungen vorgeben. Doch der Moderator machte deutlich, dass das Ziel dieser Veranstaltung die Fragen der Bürgerinnen und Bürger an die Landwirte sein sollte.

Weitere Informationen

Bürger fragen - Landwirte antworten: Dialog von Landwirten und Verbrauchern

Landwirte mit dem Moderator auf dem Podium, im Vordergrund das Publikum
Malte Wolter (links) und Christian Herb (Mitte) mit Moderator Marco Seiffert (rechts) auf dem Podium: Die Landwirte beantworten Bürgerfragen auf der Internationalen Grünen Woche. Quelle: BLE
Blick in die Sonderschauhalle von der Bühne aus
Internationale Grüne Woche in Berlin 2018: Landwirte beantworten Bürgerfragen zu verschiedenen Themen, Quelle: BLE