Digitalisierung in der Landwirtschaft: ein Beispielprojekt in der Rinderhaltung

Mit 14 "Digitalen Experimentierfeldern" fördert das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) die Digitalisierung in der Landwirtschaft. Die vom BMEL finanzierten Projekte sollen helfen, digitale Techniken für Pflanzenbau und Tierhaltung zu erforschen und deren Praxistauglichkeit zu testen.

Drei Projekte betreffen die Haltung von Nutztieren und beschäftigen sich mit den Themen:

  • Digitalisierung in der Milcherzeugung – Demonstration, Erprobung und Bewertung neuer digitaler Produkte und Services entlang der landwirtschaftlichen Produktionskette Milch. Der Projekttitel lautet Digimilch, das Projekt wird von der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft koordiniert.
  • Assistenzsysteme für eine intelligente Rinderhaltung. Der Projekttitel lautet CattleHub, das Projekt wird von der Universität Bonn koordiniert.
  • Cross Innovation und Digitalisierung in der tiergerechten Schweinehaltung unter Berücksichtigung des Ressourcenschutzes - beraten, qualifizieren und fördern. Der Projekttitel lautet DigiSchwein, das Projekt wird von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen koordiniert.

Auf der digitalen Internationalen Grünen Woche wurde das Projekt CattleHub näher vorgestellt. Es geht darum, digitale Techniken zu erforschen, deren Praxistauglichkeit zu testen und damit der Landwirtin oder dem Landwirt Assistenzsysteme für eine intelligente Rinderhaltung zur Verfügung zu stellen.

Wie Technik zu mehr Tierwohl beitragen kann

Mit Hilfe von Sensoren und Trackingsystemen soll eine bessere Überwachung der Tiergesundheit ermöglicht werden. Dazu werden die Vitaldaten - wie etwa Bewegung, Atemfrequenz oder Wiederkauaktivität - in Echtzeit an den Landwirt übermittelt. Darüber hinaus werden auch effiziente Lösungen für die Energieversorgung solcher Trackingsysteme getestet und die Potenziale der Datenanalyse besser auf die Bedürfnisse der Bauern zugeschnitten. Auch die Frage nach der besseren Bedienbarkeit steht im Fokus. In dem Experimentierfeld arbeiten Experten aus Nordrhein-Westfalen, Bayern, Sachsen, Niedersachsen und Thüringen zusammen.

In einem kurzen Film wird das Projekt erklärt und Landwirt Christian Kalbhenn erläutert, welche Technik schon in seinem Stall angekommen ist:

  • Die Kühe werden mit Melkrobotern gemolken.
  • Es gibt eine automatische Reinigung der Spalten mit einem Schieberoboter.
  • Das Futter wird automatisch rangeschoben.
  • Und die ganze Steuerung und Führung der Kühe läuft über Apps und Smartphone.

Der Landwirt sagt in dem Film Folgendes zu den Vorteilen der Technik: "Ein Spaltenroboter hält die Kühe sauber. Saubere Kühe sind weniger anfällig für Krankheiten. Eine Kuhortung verschafft mir Tierwohl, weil ich gezielt zu dem Tier gehen kann, ohne die anderen Tiere zu stören. Ich spare wieder Arbeitszeit und damit Arbeitskräfte und kann wirtschaftlicher arbeiten."

Der Landwirt wünscht sich gebündelte Daten über einen Zugriff, es muss leicht und verständlich zu bedienen sein. Alles was er selber am Rechner macht, möchte er auch an seine Mitarbeiter weitergeben können.

Da es sehr viele verschiedene Systeme für diese Hilfen im Stall gibt, ist es für den einzelnen Landwirt schwierig, die einzelnen Systeme miteinander zu vergleichen. Das Projekt hat das Ziel, die Systeme zu vergleichen und eine Entscheidungshilfe anzubieten.

Weitere Informationen

Film "Digitale Experimentierfelder Projekt CattleHub"

Digitalisierung in der Landwirtschaft

Im Rinderstall
Fressende Rinder im Stall, Quelle: BLE
Großaufnahme eines Spaltenroboters
Der Spaltenroboter hilft bei der Sauberhaltung im Stall, Quelle: BLE