Geänderte Regelungen für Hundehaltung und Hundezucht im Jahr 2022

Die geltenden Anforderungen an die Hundehaltung und Hundezucht werden mit der Änderung der Tierschutz-Hundeverordnung im Jahr 2022 verbessert, um eine artgerechte Haltung von Hunden zu gewährleisten und die Bedürfnisse von Hunden zu berücksichtigen. Mit der Verordnung zur Änderung der Tierschutz-Hundeverordnung und der Tierschutztransportverordnung sind die Regelungen zum 1. Januar 2022 in Kraft getreten.

Regelungen für die Hundezucht

Die Anforderungen an die Hundezucht werden verschärft. Unter anderem soll eine ausreichende Sozialisation der Hundewelpen gegenüber dem Menschen und Artgenossen sowie eine Gewöhnung an Umweltreize gewährleistet werden. In der gewerbsmäßigen Hundezucht darf eine Betreuungsperson künftig maximal drei Würfe gleichzeitig betreuen. Eine Mindestzeit von vier Stunden für den täglichen Umgang mit den Welpen wird vorgegeben. Dies gilt sowohl für gewerbsmäßige als auch private Züchter. Gefordert werden außerdem unter anderem eine Wurfkiste und ein Auslauf für die Welpen im Freien.

Qualzucht ist verboten

Die Qualzucht ist bereits verboten, dennoch findet sie weiter statt. Damit es keine Anreize für derartige Züchtungen gibt und um die Tiere bestmöglich zu schützen, wird die Ausstellung von Hunden, die Qualzuchtmerkmale aufweisen, verboten. Das Ausstellungsverbot ist dabei nicht auf reine Zuchtausstellungen beschränkt, sondern umfasst alle Veranstaltungen, bei denen eine Beurteilung, Prüfung oder ein Vergleich von Hunden stattfindet, wie zum Beispiel Zuchtleistungsprüfungen und Hundesportveranstaltungen. Das bereits geltende Ausstellungsverbot für tierschutzwidrig amputierte Hunde wird ebenfalls auf sonstige Veranstaltungen ausgedehnt.

Weitere Regelungen

Die Anbindehaltung von Hunden wird grundsätzlich verboten.

Bei der Ausbildung, dem Training und der Erziehung von Hunden dürfen keine Stachelhalsbänder oder andere für Hunde schmerzhafte Mittel verwendet werden.

Zum Schutz von Nutztieren vor Wolfsangriffen werden zunehmend Herdenschutzhunde eingesetzt, für deren Haltung werden nunmehr spezielle Regelungen getroffen, um ihrer besonderen Arbeitsweise Rechnung zu tragen.

Weitere Informationen

Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft: Mehr Tierschutz bei Hunden

Bundesgesetzblatt: Verordnung zur Änderung der Tierschutz-Hundeverordnung und der Tierschutztransportverordnung

Gesetze im Internet: Tierschutz-Hundeverordnung

Hund sitzt im Haus vor der Haustür
Hunde sollen ausreichend Auslauf im Freien haben, Quelle: bernardbobo - stock.adobe.com