Schärfere Regeln für Hundehaltung und -zucht geplant

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft setzt sich für eine tierschutzgerechte Haltung und Nutzung der Hunde ein und plant daher eine Änderung der Regelungen in der Tierschutz-Hundeverordnung.

Der Hund zählt zu den beliebtesten Haustieren in Deutschland. Im Übrigen ist gerade in der bisherigen Corona-Hochphase die Zahl der von Privathaushalten angeschafften Haustiere angestiegen. Der richtige Umgang mit Haustieren, das Wissen darum, ist wichtig.

Zurück zum Hund: 2019 waren es über neun Millionen Tiere in unserem Land. In fast jedem fünften Haushalt lebt ein Hund (19 Prozent).

Zu den neuen Vorgaben an eine tierschutzgerechte Hundehaltung und Hundezucht sagt die Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, Julia Klöckner: "Haustiere sind keine Kuscheltiere - ihre Bedürfnisse müssen berücksichtigt werden. Es gilt, eine artgerechte Haltung von Hunden sicherzustellen. Etwa, dass sie genug Bewegung bekommen und nicht zu lang alleingelassen werden. Die Anforderungen an ihre Haltung passen wir nun an Empfehlungen von Experten an. Damit sorgen wir für eine Verbesserung des Tierschutzes und des Tierwohls."

Die Änderungen der Verordnung umfassen im wesentlichen folgende Aspekte:

Ausstellungsverbot für Hunde, die Qualzuchtmerkmale aufweisen

Durch das Ausstellungsverbot soll der Anreiz entfallen, Hunde mit Qualzuchtmerkmalen zu züchten. Gleichzeitig soll verhindert werden, dass die Nachfrage nach diesen Hunden steigt. Zudem ist das Ausstellungsverbot für die Behörden leichter zu überwachen, da die Tiere real sichtbar sind. Eine schwierige Prognose im Hinblick auf die Merkmalsausprägung bei Nachkommen entfällt.

Mit der Änderung wird verboten, dass Hunde, die erblich bedingt Schmerzen erleiden und Schäden unterliegen, ausgestellt werden oder Ausstellungen mit diesen Hunden organisiert werden. Dazu gehört, dass erblich bedingt

  • Körperteile oder Organe für den artgemäßen Gebrauch fehlen oder untauglich oder umgestaltet sind und hierdurch Schmerzen, Leiden oder Schäden auftreten,
  • mit Leiden verbundene Verhaltensstörungen auftreten,
  • jeder artgemäße Kontakt mit Artgenossen bei ihnen selbst oder einem Artgenossen zu Schmerzen oder vermeidbaren Leiden oder Schäden führt oder
  • die Haltung nur unter Schmerzen oder vermeidbaren Leiden möglich ist oder zu Schäden führt.

Eine Verschärfung der Anforderungen an die Hundezucht

In der gewerbsmäßigen Hundezucht darf künftig eine Betreuungsperson maximal drei Würfe gleichzeitig betreuen. Zudem wird eine Mindestzeit von vier Stunden für den täglichen Umgang mit den Welpen vorgegeben. Dies gilt sowohl für die gewerbsmäßige als auch die private Zucht von Hunden.

Spezielle Regelungen für Herdenschutzhunde

Für die besonderen Bedingungen beim Einsatz und bei der Ausbildung von Herdenschutzhunden vor allem wegen der Wiederansiedelung des Wolfs in Deutschland werden nunmehr spezielle Regelungen getroffen. So wird u.a. klargestellt, dass das Vorhalten einer Schutzhütte beim Einsatz von Herdenschutzhunden nicht erforderlich ist, wenn ein anderer ausreichender Schutz vor widrigen Witterungseinflüssen zur Verfügung steht.

Ausreichend Auslauf für alle Hunde

Die Anbindehaltung (sogenannte "Kettenhunde", nicht das Anleinen) von Hunden wird grundsätzlich verboten. Sie ist nur noch im Rahmen der Arbeitstätigkeit von Hunden unter bestimmten Voraussetzungen zulässig. Die bereits bestehenden Regelungen zum erforderlichen Auslauf im Freien werden im Hinblick auf Dauer und Häufigkeit konkretisiert.

Einem Hund soll demnach mindestens zweimal täglich für insgesamt mindestens eine Stunde Auslauf im Freien (zum Beispiel Spaziergang oder Auslauf im Garten) außerhalb eines Zwingers gewährt werden. Auf diese Weise soll sichergestellt werden, dass Hunden künftig ein ausreichendes Maß an Bewegung und Kontakt mit Umweltreizen geboten wird. Die Umsetzung der Regelungen liegt bei den Bundesländern.

Dauer für Transporte von Nutztieren wird geändert

Außerdem plant das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft, die Tierschutztransportverordnung zu ändern: Die Transportdauer für Transporte von Nutztieren (innerhalb Deutschlands) wird auf viereinhalb Stunden begrenzt, wenn zu irgendeinem Zeitpunkt während der Beförderung die Temperatur von 30 Grad Celsius überschritten wird.

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Hunde sollen mindestens zweimal täglich für insgesamt mindestens eine Stunde Auslauf im Freien bekommen, Quelle: bernardbobo - stock.adobe.com