Stempel auf dem Ei und Rückverfolgung bis auf den Betrieb

Ein Blick aufs Ei und Sie wissen, wo es herkommt: Die erste Ziffer gibt an, wie die Henne gehalten wird: 0 heißt ökologische Haltung, 1 Freilandhaltung, die 2 steht für Bodenhaltung und die 3 für Kleingruppenhaltung.

Darauf folgt das Länderkürzel, zum Beispiel DE für Deutschland oder NL für die Niederlande. So weit - so gut: Nun wissen Sie auf jeden Fall, aus welcher Haltung und aus welchem Land das Ei stammt.

Die weitere Rückverfolgung wird etwas schwieriger. Die nächsten beiden Ziffern geben das jeweilige Bundesland an, zum Beispiel 03 für Niedersachsen. Wer sein Ei bis zum Betrieb oder sogar zum Stall zurückverfolgen möchte, kann dies anhand der auf das Länderkürzel folgenden Ziffern tun. Die Ziffern identifizieren den einzelnen Betrieb. Das ist von Vorteil, wenn zum Beispiel die Qualität des Eies nicht stimmen sollte. Die Eier sind übrigens in ganz Europa einheitlich gekennzeichnet - Ostereier ausgenommen. Denn gefärbte Eier müssen keinen Stempel tragen.

Für Verbraucherinnen und Verbraucher ist es schwierig, in jedem Fall anhand der Betriebsnummer den Legebetrieb festzustellen. Einige, aber nicht alle Betriebe, sind auf der Website des Vereins für kontrollierte alternative Tierhaltungsformen e.V. (KAT) zu finden.

Wer sichergehen möchte, auch zu Ostern keine gefärbten Eier aus Käfighaltung bzw. Kleingruppenhaltung zu kaufen, sollte bei bunten Eiern auf das KAT-Logo auf der Eierverpackung achten. Denn dieses steht dafür, dass die Eier aus Bio-, Freiland- oder Bodenhaltung stammen.

Rückverfolgung mit der KAT-Datenbank

Auf der Seite www.was-steht-auf-dem-ei.de können Haltungsform, Erzeugerland und Legebetriebs-Nr. eingegeben werden. Dann werden die Daten des Betriebs, ein paar Informationen und auch Fotos ausgegeben, allerdings nur dann, wenn der Betrieb sich vom Verein KAT hat zertifizieren lassen. Dann sieht man dies auch auf dem Eierkarton, auf dem das KAT-Logo aufgedruckt ist.

In der Datenbank des KAT-Kontrollsystems sind alle durch KAT kontrollierten Eier aus Bodenhaltung, Freilandhaltung und ökologischer Erzeugung aus ganz Europa erfasst. KAT ist damit das Prüfsystem für Eier aus den genannten Haltungsformen – nicht aber Eier aus der Kleingruppenhaltung. Diese sind nicht Teil des KAT-Systems. Die Zahl der Legehennen, die in der sogenannten Kleingruppenhaltung in Gruppen von bis zu etwa 65 Tieren in ausgestalteten Volieren mit Sitzstangen, Legenestern und Scharrbereich leben, liegt im Jahr 2021 bei 5 Prozent. Diese Haltungsform ist übergangsweise noch bis 2025 erlaubt.

In das KAT-System integriert ist seit dem 1. Juli 2020 die Aufzucht von Junghennen als Vorstufe zur Legehennenhaltung. Ab dem 1. Januar 2022 dürfen nur noch Junghennen aus KAT-zertifizierten Aufzuchtbetrieben an KAT-Legebetriebe geliefert werden.

Mit der Nummer auf dem Ei hat der Verein für kontrollierte alternative Tierhaltungsformen e.V. (KAT) im Jahr 2000 das erste Rückverfolgbarkeitssystem der Lebensmittelwirtschaft geschaffen. Im Jahr 2004 wurde der sogenannte Eier-Code dann gesetzliche Kennzeichnungsvorgabe innerhalb der Europäischen Union.

Weitere Informationen

Lebensbedingungen von Legehennen – zur Kennzeichnung von Hühnereiern

Pocket So leben Hühner

Verein für kontrollierte alternative Tierhaltungsformen e.V. (KAT)

Besuch bei der Legehennenhalterin

braune Eier in einem grünen Eierkarton
Der Code auf dem Ei zeigt, aus welcher Haltung die Eier kommen, Quelle: Jan Schuler - adobe.stock.com
Logo des Vereins für kontrollierte alternative Tierhaltungsformen e.V. (KAT)