Was Hänschen nicht lernt … - Verbesserungen in der Junghennenaufzucht

Gute Kommunikation zwischen Junghennenhaltern und Legehennenhaltern ist wichtig, um einen möglichst schonenden Übergang in die Legeperiode der Hennen zu gewährleisten und so auch die Legeleistung zu optimieren.

Die Legehennenbetriebe beziehen ihre Tiere in der Regel von speziellen Aufzuchtbetrieben für Junghennen. Wenn die Haltungsbedingungen der Legehennen im späteren Betrieb bekannt sind, können die Aufzuchtbetriebe die Junghennen besser darauf vorbereiten.

Landwirte, die in einem Projekt der Modell- und Demonstrationsvorhaben Tierschutz mitmachen, haben sich getroffen, um Erfahrungen auszutauschen.

Besichtigung einer besonderen Aufzuchtanlage

Im niedersächsischen Osterwald an der holländischen Grenze besichtigten die Hennenhalter einen Junghennenaufzuchtbetrieb, der seine 80.000 Hennen in einer ganz besonderen Anlage aufzieht.

Die Anlage ist sehr flexibel und kann so die Junghennen gut trainieren, mit unterschiedlichen Haltungsbedingungen klar zu kommen. "Ich kann ganz gezielt bestimmte Wasser- oder Futterlinien abstellen und die Tiere dazu bringen, die Etagen zu wechseln", erklärt der Legehennenhalter. Die Hennen würden dadurch mobilisiert und lernten, dass Futter und Wasser nicht immer an der gleichen Stelle zu finden seien.
Es gibt auch Nachteile der Anlage. Die Impfung der Tiere dauert länger, weil sie schwerer einzufangen sind. Außerdem ist die Reinigung sehr arbeitsintensiv.

Qualitätssicherung in der Junghennenaufzucht

In einem anderen Betrieb kann ein Projektstall mit Wintergarten besichtigt werden, 12.000 von 30.000 Junghennenaufzuchtplätze befinden sich in diesem Projektstall. Den Küken bzw. Junghennen stehen schon sehr früh Picksteine, Luzerne-Briketts und Sandbäder zur Verfügung. Stroheinstreu wird bei Bedarf nachgestreut.

"Je früher die Hennen an Picksteine und das Beschäftigungsmaterial gewöhnt werden, desto besser", erzählt Ernst Wolter. "Auch die frühe Gewöhnung an den Wintergarten ist wichtig, damit sich die Hennen später schneller an den Wintergarten im Legehennenbetrieb gewöhnen." Eine gute Vorbereitung der Junghennen auf den Legehennenstall hält der Landwirt für besonders wichtig in der Junghennenaufzucht.

Kommunikation und Tierbeobachtung

Besondere Bedeutung hat die Kommunikation zwischen Junghennenaufzüchter und Legehennenhalter. Nur wenn der Junghennenaufzüchter die Bedingungen im zukünftigen Legehennenstall kennt, könne er seine Tiere auch auf diese Bedingungen vorbereiten.

Auch die Tierbeobachtung ist sehr wichtig. Zu Risikozeitpunkten müssen die Aufzüchter besonders achtsam sein und die Tiere engmaschig beobachten, um keine Tiere durch Stress in der Herde zu verlieren. Zur Vermeidung von Federpicken muss sehr schnell gehandelt werden.

Hintergrund zu den Modell- und Demonstrationsvorhaben (MuD) Tierschutz

Die Betriebe werden im Rahmen der Modell- und Demonstrationsvorhaben (MuD) Tierschutz gefördert und erhalten intensive Beratung. Ziel ist es, Federpicken und Kannibalismus bei Legehennen mit intakten Schnäbeln zu minimieren und den Erfolg der Maßnahmen Fachkollegen zu vermitteln.

Die MuD Tierschutz fördern Tierwohlmaßnahmen in der Praxis und sorgen dafür, dass das Wissen aus der Forschung in die Praxis überführt wird.

Weitere Informationen

Modell- und Demonstrationsvorhaben Tierschutz

Allgemeine Informationen zur Geflügelhaltung

Eine Henne auf einem Pickstein
Picksteine sorgen für einen abgerundeten Schnabel, Quelle: BLE
Junghennenaufzucht
Junghennen lernen in der Aufzucht unterschiedliche Haltungsbedingungen kennen, Quelle: BLE