Initiativen von Wirtschaft, Tierschutzbund und BMEL

Mehr Tierwohl ist nur durch ein breites Engagement aller Akteure realisierbar. Die Wirtschaft hat ihrerseits eine "Brancheninitiative" ins Leben gerufen. Zugleich setzen sich auch die Tierschutzverbände ein: So hat der Deutsche Tierschutzbund das Label "Für Mehr Tierschutz" für das Fleisch von Mastschweinen und Masthühnern etabliert. Das BMEL arbeitet an der Einführung eines staatlichen Tierwohlkennzeichens.

Was ist konkret geplant?

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) führt einen aktiven Dialog mit der Wirtschaft und den Tierschutzverbänden und begleitet deren Initiativen politisch. Ziel ist unter anderem ein systematisches Zusammenwirken der verschiedenen Maßnahmen.

Was ist bisher passiert?

Produkte mit dem Tierschutzlabel „Für Mehr Tierschutz“ des Deutschen Tierschutzbundes sind im Handel erhältlich. Handelsunternehmen versehen ihre Produkte mit dem hellblauen Label und zeigen damit, dass die Nutztierbetriebe, von denen das Fleisch stammt, die hohen Anforderungen des Labels des Deutschen Tierschutzbundes erfüllen. Das Label ist eine freiwillige Kennzeichnung. Auch das BMEL war an dessen Entstehung beteiligt: Es hat die Entwicklung des Tierwohl-Labels im Rahmen der Forschung finanziell gefördert.

Die "Brancheninitiative" ist eine gemeinsame Tierschutzinitiative von Landwirtschaft, Fleischwirtschaft und Lebensmitteleinzelhandel (LEH). Dabei zahlen die großen Handelsketten des LEH Geld in einen Fonds ein, aus dem Schweine- und Geflügelbetriebe ein so genanntes "Tierwohl-Entgelt" erhalten. Der Fonds umfasste allein für drei Jahre (von 2018 bis 2020) 255 Millionen Euro. Profitieren können Landwirte, die Kriterien zur Verbesserung des Tierwohls umsetzen. Sie verpflichten sich, eine bestimmte Anzahl an Grundanforderungen und Wahlpflichtkriterien zum Tierwohl in ihren Betrieben umzusetzen. Die Einhaltung der Kriterien wird mit dem entsprechenden Tierwohl-Entgelt vergütet.

Das Bundeslandwirtschaftsministerium arbeitet intensiv daran, ein staatliches Tierwohlkennzeichen zu entwickeln und zu etablieren. Ein Siegel direkt auf den Produkten soll Verbraucherinnen und Verbraucher informieren, wie die Tiere gelebt haben, von denen die betreffenen Produkte stammen. Dies soll zu mehr Transparenz führen und eine bewusste Kaufentscheidung ermöglichen.

Wie geht es weiter?

Das staatliche Tierwohlkennzeichen des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) ist derzeit in Vorbereitung. Das staatliche Tierwohlkennzeichen wird drei qualitativ aufeinander aufbauende Stufen haben.

Beispiele für Kriterien, die für Verbesserungen in der Tierhaltung sorgen, sind beispielsweise

  • Mehr Platz im Stall: Schweine sind gesellige Tiere, die vorzugsweise in Gruppen leben und Hierarchien aufbauen. Ein größeres Platzangebot bietet den Tieren die Möglichkeit, natürliche Verhaltensweisen – wie beispielsweise Spiel- und Erkundungsverhalten – besser auszuleben.
  • Mehr Beschäftigung und Raufutter: Wenn die Tiere beschäftigt sind, benutzen sie seltener den Schwanz der anderen Tiere als Beschäftigungsmaterial und es kommt weniger zum sogenannten "Schwanzbeißen".
  • Stärkere Strukturierung im Stall: Eine gute Strukturierung der Bucht führt dazu, dass die Schweine genau wissen, wo sie zur Ruhe kommen oder schlafen können, in anderen Bereichen können sie ihr Kotverhalten ausleben, fressen oder spielen.
  • Die Eingangsstufe schreibt eine jährliche Fortbildung der Tierhalter zu Tierschutzthemen vor.

Sobald die rechtlichen Voraussetzungen für das dreistufige, freiwillige Kennzeichen geschaffen sind, können Landwirte damit beginnen, ihre Betriebe auf eine Tierhaltung nach den Kriterien des Tierwohlkennzeichens umzustellen.